Digitaler Verbraucherschutz

Die digitale Welt hat zu einem tiefgreifenden Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft geführt. Sie stellt Politik und Verwaltung inhaltlich und strategisch vor neue Herausforderungen beim Verbraucherschutz. Denn kaum ein anderer Bereich ist in den vergangenen Jahren solch rasanten Entwicklungen unterworfen gewesen wie die Informationstechnik. Und in kaum einem anderen Bereich stehen Fragen nach Vertrauenswürdigkeit und Seriosität so im Vordergrund wie im Umgang mit dem Internet. Vertrauen und Sicherheit im Netz zu schaffen und den Nutzen des Internets auszuschöpfen, ohne den Datenschutz und die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher auf Transparenz zu vernachlässigen, und einen aktiven, informierten Umgang mit ihren Daten im Blick zu behalten - diese Balance gilt es sicherzustellen.

Fairer Zugang zu Daten und Geschäften, Schutz vor Belästigungen und Betrügereien und ein ausgewogenes Verhältnis bei der Anwendung von Urheberrechten sind Kernziele. Das Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucher­schutz setzt im Themenfeld digitaler Verbraucherschutz auf vier Bausteine: Beratung, Information, Kompetenzstärkung und Angebote zur außergerichtlichen Streitbei­legung.

 

Elektronische Verbraucherberatung

Die Hessische Landesregierung hat in ihrem Konzept „Verbraucherberatung in Hessen: flexibel, modern und zuverlässig“ im Januar 2015 eine Erweiterung des Beratungs­angebots um einen wichtigen Pfeiler festgeschrieben. Verbraucherinnen und Ver­braucher soll eine Beratungsleitung durch die Verbraucherzentrale Hessen per E-Mail ermöglicht werden. Diese Beratung ist kostenpflichtig und folgt damit der gleichen Qualität und Zuverlässigkeit der bisher üblichen Beratungsformen. Damit wird auch der schnellen Entwicklung des Mediums Internet Rechnung getragen. Eine Beratung per E-Mail wurde in Hessen bislang nicht angeboten.

 

Informationsportal Verbraucherfenster

Für die Hessische Landesregierung steht ein einfacher und chancengerechter Zugang zu verlässlichen Verbraucherinformationen auf der Agenda. Mit dem Informations­angebot www.verbraucherfenster.de,  das täglich rund 2.000 Besucher (Stand: Januar 2015) nutzen, steht eine zuverlässige Informationsquelle bereit, die – neben anderen Bereichen – aktuell über Themen des digitalen Verbraucherschutzes, der IT-Sicherheit und der Prävention von Internetkriminalität informiert. Die Themen werden auch über Social Media (Twitter) verbreitet. Das Portal wird vom Landesbetrieb Hessisches Landeslabor betrieben und vom Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verantwortet.

 

Hessens Verbraucherinnen und Verbraucher nutzen den Online-Schlichter

Weil die Hessische Landesregierung die 2009 gegründete Schlichtungsstelle des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz e.V. fördert, haben hessische Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich zur außergerichtlichen Streitbeilegung an den Online-Schlichter zu wenden. Der Online-Schlichter ist auf Streitfälle spezialisiert, denen im Internet zwischen Verbrauchern und Unternehmern geschlossene Verträge zugrunde liegen. Er wirkt neutral und unabhängig, das Verfahren ist für alle Parteien kostenlos. Gefördert wird das Projekt von den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sowie den folgenden Partnern aus der Wirtschaft: dem Internet-Gütesiegel-Anbieter Trusted Shops, den DEVK-Ver­sicherungen und dem Bundesverband Direktvertrieb Deutschland.

 

Kompetenzstärkung von Verbraucherinnen und Verbrauchern in der digitalen Welt

Die Hessische Landesregierung fördert das Projekt „Alltagskompetenzen – Durchblick gehört dazu“, das von der Verbraucherzentrale Hessen e. V. und dem Deutschen Hausfrauen-Bund (DHB) Netzwerk Haushalt, Landesverband Hessen e. V. durchgeführt wird. Dieses Projekt richtet sich an junge Menschen und junge Familien und deckt mit mehr als 20 Modulen vielfältige Themenfelder ab. Seit 2007 wurden rund 10.000 Teilnehmer in knapp 1.000 Veranstaltungen (Stand: Februar 2015) erreicht und außerdem eine Vielzahl von qualifizierten Trägern sowie Schulen als Kooperations­partner gewonnen. Ein neu entwickeltes Modul zu Smartphone und Tablet im Rahmen des Projekts Alltagskompetenzen soll dazu beitragen, dass vor allem junge Verbraucher und Familien nicht in Kostenfallen bei Smartphone und Tabletcomputer tappen und für den Umgang mit ihren Daten sensibilisiert werden. Zudem werden Handlungs­möglichkeiten zum Schutz vor Abzocke und Datenklau aufgezeigt.

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